
GROTowisko hat wieder das getan, was in der Theorie einfach klingt, in der Praxis aber schwierig sein kann: Es brachte Soldaten, Ausbilder, Experten und Konstrukteure an einen Tisch. Die sechste Ausgabe der Veranstaltung fand in Zegrze und Marynin statt, und ihr Mittelpunkt war der GROT A3 — die neueste Version des Karabiners aus der Familie MSBS GROT.
Das war keine gewöhnliche Geräteschau „für Fotos“. Im Hintergrund der Veranstaltung standen zwei konkrete Informationen: die Abnahme der technischen Dokumentation des MSBS GROT A3 durch die Rüstungsagentur sowie der am 23. Juni unterzeichnete Vertrag über die Lieferung von fast 46.000 Karabinern MSBS GROT C14 A3 für die Polnischen Streitkräfte. Kurz gesagt: Die polnische Waffe hat die nächste formale Etappe durchlaufen und gelangt in großem Maßstab zur Armee.
Am interessantesten ist jedoch nicht der Vertrag selbst, sondern der Mechanismus hinter der Modernisierung. GROTowisko zeigt ein Modell, in dem Soldaten die Waffe testen, Hinweise aus dem Betrieb melden und die Fabryka Broni diese Beobachtungen in weitere Versionen der Konstruktion umsetzt. Ohne Marketingnebel: Es geht um eine Feedbackschleife zwischen Nutzer und Hersteller.
GROTowisko 2026: Was genau ist passiert?
Die sechste Ausgabe des GROTowisko fand an zwei Orten statt: im Klub des Zentrums für Ausbildung in Nachrichtenwesen und Informatik in Zegrze sowie auf dem Schießstand Bellona in Marynin. Organisatoren waren das Kommando der Territorialverteidigungskräfte sowie die Fabryka Broni „Łucznik” – Radom sp. z o.o.
Das Format der Veranstaltung bestand aus zwei Teilen. Der erste Tag hatte Expertencharakter: Konferenz, Gespräche über Nutzung, Entwicklungsrichtungen und die Ausbildung der Nutzer. Der zweite Tag verlagerte den Schwerpunkt auf die Praxis, also auf Schießwettkämpfe unter Verwendung von Ausrüstung der Fabryka Broni.
Das ist wichtig, denn bei den Handfeuerwaffen der Polnischen Streitkräfte reicht eine bloße Folienpräsentation nie aus. Ein Karabiner muss in den Händen der Menschen funktionieren, die ihn tragen, reinigen, damit trainieren und ihn unter Druck einsetzen. Wenn ein Hinweis erst nach Tausenden Wiederholungen im Training oder Wettkampf auftaucht, ist genau ein solcher Hinweis oft der wertvollste.
Warum war der GROT A3 der wichtigste Punkt der Veranstaltung?
Der GROT A3 stand nicht zufällig im Mittelpunkt des GROTowisko. Einige Tage vor der Veranstaltung hatte die Rüstungsagentur die technische Dokumentation der neuesten Version des Karabiners MSBS GROT A3 akzeptiert. Laut Mitteilung bedeutete dies den formalen Abschluss der nächsten Entwicklungsstufe der Konstruktion und die Öffnung des Weges zu ihrer Einführung in den Streitkräften der Republik Polen.
Hinzu kam der Vertrag vom 23. Juni zwischen der Rüstungsagentur und der Fabryka Broni „Łucznik” – Radom sp. z o.o. Gegenstand ist die Lieferung von fast 46.000 Karabinern MSBS GROT C14 A3 für die Polnischen Streitkräfte. Für eine Handfeuerwaffe ist das keine Kuriosität aus der Vitrine mehr, sondern ein ernstzunehmendes Volumen für die Armee.
Es lohnt sich, präzise zu bleiben: Die verfügbare Mitteilung führt keine Liste konkreter technischer Änderungen der Version A3 auf. Es ergibt also keinen Sinn zu raten, was genau verbessert, verlegt, verstärkt oder neu konstruiert wurde. Sicher ist dagegen, dass die Modernisierung der Waffe innerhalb der Familie MSBS GROT als Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen Hersteller und militärischen Nutzern dargestellt wird.
Feedbackschleife: Der Soldat spricht, der Konstrukteur hört zu
Der größte Wert des GROTowisko liegt darin, dass es zwei Welten verbindet, die einander verstehen müssen: Nutzer und Hersteller. Der Soldat sieht die Waffe durch das Prisma von Ausbildung, Bedienung, Einsatztempo und dem alltäglichen „stört es mich oder hilft es mir“. Der Konstrukteur betrachtet die Lösung technisch: Material, Geometrie, Produktion, Wiederholbarkeit, Dokumentation.
Wenn diese Welten nicht miteinander sprechen, entsteht das klassische Problem: Ausrüstung kann im Katalog gut aussehen, in der Praxis aber schwächeln. GROTowisko versucht, diese Distanz zu verkürzen. Hinweise aus dem Betrieb, Beobachtungen von Ausbildern und Erfahrungen aus den weiteren Ausgaben der Veranstaltung fließen in die Diskussion über die weitere Entwicklung der Familie MSBS GROT ein.
Während der Konferenz wurden unter anderem besprochen:
- Erfahrungen aus dem Betrieb der Karabiner MSBS GROT,
- Richtungen der weiteren Entwicklung der GROT-Familie,
- Änderungen im Ausbildungsprozess der Nutzer,
- Pläne der Fabryka Broni bezüglich des Angebots für uniformierte Dienste,
- weitere Varianten der Modularen Selbstladepistole MPS.
In der Mitteilung erschien auch eine Information über geplante Kennenlerntests der Pistole MPS in den Polnischen Streitkräften. Das zeigt, dass die Fabryka Broni das Gespräch nicht auf ein einziges System beschränkt. Die GROT-Familie ist heute am sichtbarsten, aber der Dialog mit den Nutzern umfasst auch andere Konstruktionen.
Militärische Tests sehen nicht immer wie ein Labor aus — und das ist gut so
Der zweite Tag des GROTowisko fand auf dem Schießstand Bellona in Marynin statt. Dort verwandelte sich die Konferenzsprache in etwas Konkreteres: Zeit, Präzision, Abläufe, Beherrschung und Teamarbeit.
Bei den Wettkämpfen wurden mehrere Konstruktionen der Fabryka Broni verwendet: die Pistole VIS 100, der Karabiner MSBS GROT C16-A2, der Granatwerfer MSBS GROT sowie das Gewehr MSBS GROT 762N. Es war also keine Demonstration eines einzelnen Waffenstücks, sondern ein praktischer Überblick über verschiedene Elemente des Angebots des Herstellers.
Eröffnet wurde der Wettbewerb von: der Staatssekretärin im Ministerium für Nationale Verteidigung Magdalena Sobkowiak-Czarnecka, dem Kommandeur der Territorialverteidigungskräfte Gen. Div. Dr. Krzysztof Stańczyk sowie dem Vorstandsvorsitzenden der Fabryka Broni „Łucznik” – Radom sp. z o.o. Seweryn Figurski. An der Veranstaltung nahm auch der Unterstaatssekretär im Ministerium für Staatsvermögen Konrad Gołota teil.
Die Bedingungen waren schwierig, denn der Wettbewerb fand am heißesten Tag des Jahres statt. Die Organisatoren stellten Wasser, Ruheplätze und Wasservorhänge bereit. Klingt wie ein Detail? Auf dem Schießstand kann ein solches „Detail“ darüber entscheiden, ob die Veranstaltung ihren professionellen Rhythmus beibehält oder ob der Kampf gegen Dehydrierung und nachlassende Konzentration beginnt.
Was sagen die Wettkämpfe über die Entwicklung polnischer Waffen aus?
Schießwettkämpfe ersetzen keine vollständigen Untersuchungen, Dokumentationen oder Einführungsverfahren. Aber sie liefern etwas, das man aus einer Tabellenkalkulation allein nicht herausziehen kann: die Beobachtung der Waffe in den Händen ausgebildeter Nutzer, unter Zeitdruck und in dynamischem Wettbewerb.
In der Praxis werden dann Dinge sichtbar, die bei einer ruhigen, einzelnen Überprüfung schwer zu erfassen sind. Wie arbeitet der Nutzer mit den Bedienelementen? Hilft die Konfiguration beim schnellen Handeln? Ist die Bedienung bei Ermüdung intuitiv? Erzwingt die Ausrüstung keine überflüssigen Bewegungen? Die Quelle nennt keine detaillierten technischen Schlussfolgerungen, daher sollte man nichts dazudichten. Das Format der Veranstaltung selbst zeigt jedoch den Sinn: militärische Tests und praktisches Schießen sind einer der Impulse für die weitere Verfeinerung der Konstruktion.
Das ist auch eine gute Lektion für den zivilen und sportlichen Markt. Ein Schütze kann stundenlang über Parameter diskutieren, aber erst das Training auf der Schießbahn zeigt, ob eine bestimmte Lösung zur realen Arbeit mit der Waffe passt. Das gilt sowohl für militärische Konstruktionen als auch für Zubehör, das die Ergonomie beeinflusst, zum Beispiel Elemente aus der Kategorie Vordergriffe und Waffenkontrolle. Natürlich ist der militärische Maßstab ein anderer, aber das Prinzip bleibt dasselbe: Ausrüstung muss sich im Einsatz bewähren.
Die besten Teilnehmer des GROTowisko-26
Die Quellenmitteilung nannte auch die Ergebnisse des Wettbewerbs. Das ist ein interessanter Abschnitt, denn er zeigt, dass GROTowisko nicht ausschließlich ein Forum der Verteidigungsindustrie war, sondern auch ein Ort des sportlichen Vergleichs von Soldaten verschiedener Einheiten.
Schießen mit dem Karabiner
- Korporal Mateusz — 1. Podlachische Territorialverteidigungsbrigade,
- Gefreiter Maciej — 13. Schlesische Territorialverteidigungsbrigade,
- Gefreiter Oskar — 12. Großpolnische Territorialverteidigungsbrigade.
Schießen mit der Militärpistole
- Obergefreiter Hubert — Militärtechnische Akademie,
- Obergefreiter Kacper — 6. Masowische Territorialverteidigungsbrigade,
- Unteroffizier Konrad — Militäreinheit 4621.
Schießen mit Karabiner und Militärpistole
- Unteroffizier Daniel — 5. Masowische Territorialverteidigungsbrigade,
- Leutnant Jacek — 25. Luftkavalleriebrigade,
- Unteroffizier Mateusz — 2. Lubliner Territorialverteidigungsbrigade.
Team- und Gesamtwertungen
In der Teamwertung belegten die besten Plätze: die 11. Kleinpolnische Territorialverteidigungsbrigade, die 4. Ermländisch-Masurische Territorialverteidigungsbrigade sowie die 18. Hauptstadt-Territorialverteidigungsbrigade.
In der Gesamtwertung wurden genannt: die 2. Lubliner Territorialverteidigungsbrigade, die 11. Kleinpolnische Territorialverteidigungsbrigade sowie die Militäreinheit 4621.
Fabryka Broni und die Polnischen Streitkräfte: Warum ist dieses Modell wichtig?
In der polnischen Verteidigungsindustrie gerät man sehr leicht in zwei Extreme. Das eine sagt: „unser, also großartig“. Das andere: „polnisch, also bestimmt schlechter“. Beide sind bequem. Bei Handfeuerwaffen zählen nicht Erklärungen, sondern der Prozess: Einführung, Nutzung, Korrekturen, weitere Versionen, Ausbildung, die nächste Runde von Hinweisen.
GROTowisko ist ein Beispiel für einen solchen Prozess. Die Fabryka Broni erhält direkten Kontakt zu den Nutzern, und die Soldaten haben einen Ort, an dem ihre Erfahrungen nicht nur ein Gespräch beim Waffenreinigen nach dem Schießen bleiben. Sie fließen in eine breitere Diskussion über Konstruktion und Ausbildung ein.
Das ist besonders wichtig, wenn wir über ein System sprechen, das in großer Zahl zur Armee gelangen soll. Fast 46.000 Karabiner MSBS GROT C14 A3 bedeuten, dass jede gute konstruktive Entscheidung tausendfach vervielfältigt wird. Aber es funktioniert auch umgekehrt: Jede Unannehmlichkeit wird, wenn sie nicht erkannt wird, ebenfalls vervielfältigt. Deshalb ist die Feedbackschleife kein nettes Extra. Sie ist eine Voraussetzung für das Reifen der Konstruktion.
Aus der Perspektive des Schützen lohnt es sich, noch eines zu bemerken: Eine moderne Waffe ist nicht nur der Mechanismus selbst. Sie ist ein ganzes Nutzungssystem — Ausbildung, Bedienung, Sicherheit, Organisation des Standplatzes und Wiederholbarkeit der Abläufe. Deshalb hat in Clubs und auf Schießständen eine sinnvoll ausgewählte Ausstattung des Schützenstandes eine so große Bedeutung. Im Militär ist der Maßstab ein anderer, aber die Logik der Arbeit auf der Schießbahn bleibt sehr ähnlich.
GROT A3 als Signal: Polnische Waffen sollen sich iterativ entwickeln
Die wichtigste Schlussfolgerung aus dem GROTowisko lautet nicht: „Hier ist das fertige Ideal“. Sie lautet vielmehr: Das GROT-System wird schrittweise und unter Beteiligung der Nutzer entwickelt. Und genau das ist ein gesunder Ansatz.
Die Abnahme der technischen Dokumentation des A3, der große Vertrag für die Polnischen Streitkräfte und die Wettkämpfe in Marynin fügen sich zu einer Geschichte zusammen. Zuerst kommen Erfahrungen und Gespräche, dann die Formalisierung der nächsten Version, anschließend die Einführung und weitere Praxis. So sieht das Reifen einer Konstruktion aus, die nicht in einer Ausstellung dienen soll, sondern in den Händen von Soldaten.
Für die Fabryka Broni ist das auch eine Botschaft an den Markt: Der Hersteller zeigt, dass er die Entwicklung auf den Kontakt mit dem Nutzer stützen will und nicht nur auf Arbeit hinter verschlossenen Türen. Für die Polnischen Streitkräfte wiederum ist es eine Chance, dass Handfeuerwaffen an reale Ausbildungs- und Dienstbedürfnisse angepasst werden.
GROTowisko im Zeichen des GROT A3 war also nicht ausschließlich ein Branchentreffen. Es war ein Moment, in dem gut sichtbar wird, wie Verteidigungsindustrie, Militär und praktische Tests an einem Punkt zusammenkommen können. Und wenn aus dieser Schießbahn eine bessere Konstruktion hervorgeht, dann geht es bei all dem genau darum.
Häufig gestellte Fragen
Was war GROTowisko?
GROTowisko ist ein Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen der Fabryka Broni „Łucznik” – Radom und Soldaten, Ausbildern sowie Experten, die polnische Bewaffnung nutzen. Die sechste Ausgabe fand in Zegrze und Marynin statt.
Warum war das diesjährige GROTowisko mit dem GROT A3 verbunden?
Die Veranstaltung fiel mit der Abnahme der technischen Dokumentation der neuesten Version MSBS GROT A3 durch die Rüstungsagentur sowie mit dem Vertrag über die Lieferung von fast 46.000 Karabinern MSBS GROT C14 A3 für die Polnischen Streitkräfte zusammen.
Wer organisierte GROTowisko?
Die Veranstaltung wurde vom Kommando der Territorialverteidigungskräfte in Zusammenarbeit mit der Fabryka Broni „Łucznik” – Radom sp. z o.o. organisiert.
Welche Rolle spielen Soldaten bei der Entwicklung des Karabiners GROT?
Soldaten geben Erfahrungen aus Betrieb, Ausbildung und praktischer Nutzung der Waffe weiter. Diese Hinweise werden mit dem Hersteller besprochen und bilden ein Element des Entwicklungsprozesses weiterer Versionen der Konstruktion.
Welche Konstruktionen wurden bei den Wettkämpfen in Marynin verwendet?
Bei den Wettkämpfen wurde Ausrüstung der Fabryka Broni verwendet, darunter die Pistole VIS 100, der Karabiner MSBS GROT C16-A2, der Granatwerfer MSBS GROT sowie das Gewehr MSBS GROT 762N.
Nennt die Quelle konkrete technische Änderungen in der Version GROT A3?
Nein. Das verfügbare Material verweist auf die Abnahme der technischen Dokumentation und die Entwicklung der Konstruktion auf Grundlage der Zusammenarbeit mit den Nutzern, nennt aber keine detaillierte Liste technischer Änderungen der Version A3.
Welche Bedingungen herrschten während der Wettkämpfe?
Die Wettkämpfe fanden am heißesten Tag des Jahres statt. Die Organisatoren stellten Wasser, Ruheplätze und Wasservorhänge bereit, um für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen.
Wie viele Karabiner MSBS GROT C14 A3 sollen an die Polnischen Streitkräfte gehen?
Der am 23. Juni unterzeichnete Vertrag sieht die Lieferung von fast 46.000 Karabinern MSBS GROT C14 A3 für die Polnischen Streitkräfte vor.






