Ein Kollimatorvisier, umgangssprachlich Kollimator genannt, ist eine Art optisches Visier, das einen Zielpunkt (meist einen roten Punkt) auf einer Linse anzeigt. Dies ermöglicht es dem Schützen, mit offenen Augen zu zielen, was zu einer schnelleren und intuitiveren Zielerfassung führt. Kurz gesagt: Ein Kollimator ist eine Kombination aus Geschwindigkeit und Komfort.
Kollimatorvisier – was ist das?
Ein Kollimatorvisier ist ein optisches Gerät, das das Phänomen der Lichtkollimation nutzt, um einen Zielpunkt auf einer Linse anzuzeigen. Das funktioniert so: Eine LED emittiert Licht, das dann durch eine Kollimationslinse geleitet wird. Diese Linse sorgt dafür, dass die Lichtstrahlen parallel werden. Diese parallelen Strahlen werden von einem Spiegel reflektiert und erzeugen ein Bild des Zielpunkts, das wir auf der Kollimatorlinse sehen. Klingt kompliziert? In der Praxis ist es einfach ein roter Punkt (oder eine andere Form), der im Sichtfeld „schwebt“.
Dadurch muss der Schütze seinen Blick nicht auf Kimme und Korn richten, wie bei klassischen mechanischen Visieren. Der Zielpunkt ist immer scharf, unabhängig von der Entfernung zum Ziel. Das macht das Zielen schneller und einfacher, besonders in dynamischen Situationen.
Geschichte der Kollimatorvisiere
Die ersten Kollimatoren entstanden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aber ihre Popularität im zivilen Schießsport begann erst in den 1970er und 1980er Jahren zu wachsen. Zuvor wurden sie hauptsächlich in der Militärluftfahrt eingesetzt. Dies lag daran, dass der Pilot ein Ziel in sich dynamisch verändernden Bedingungen schnell erfassen musste. Der Kollimator war dafür ideal.
Mit der Weiterentwicklung der Technologie wurden Kollimatoren kleiner, leichter und widerstandsfähiger. Es entstanden verschiedene Arten von Kollimatoren, die an verschiedene Waffentypen und Anwendungen angepasst sind. Heute werden Kollimatoren im Sport-, Taktik- und Jagdschießen weit verbreitet eingesetzt.
Anwendung von Kollimatoren im Schießsport
Kollimatoren finden in vielen Bereichen des Schießsports Anwendung:
- Dynamisches Schießen (IPSC, 3-Gun): Die schnelle Erfassung des Ziels und das Zielen mit offenen Augen sind der Schlüssel zum Erfolg im dynamischen Schießen. Der Kollimator beschleunigt diesen Prozess erheblich.
- Sportschießen: In einigen Sportwettbewerben sind Kollimatoren zugelassen und ermöglichen bessere Ergebnisse.
- Taktisches Schießen: Kollimatoren werden aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit in Stresssituationen häufig von Ordnungskräften und dem Militär eingesetzt.
- Jagd: Einige Jäger verwenden Kollimatoren auf Kurzwaffen oder Schrotflinten für die Jagd auf kurze Distanzen, wo die schnelle Zielerfassung entscheidend ist.
Vor- und Nachteile von Kollimatorvisieren
Wie jede Lösung haben auch Kollimatoren ihre Vor- und Nachteile. Es ist wichtig, diese zu kennen, bevor man eine Kaufentscheidung trifft.
Vorteile:
- Zielgeschwindigkeit: Dies ist ihr größter Vorteil. Das Zielen ist intuitiv und sehr schnell.
- Zielen mit offenen Augen: Ermöglicht eine bessere Orientierung im Gelände und die Beobachtung der Umgebung.
- Kein Parallaxeneffekt: Bei modernen Kollimatoren ist der Parallaxeneffekt minimiert, was bedeutet, dass der Zielpunkt immer die Trefferstelle anzeigt, unabhängig vom Blickwinkel.
- Benutzerfreundlichkeit: Kollimatoren sind einfach zu bedienen und erfordern keine besonderen Fähigkeiten.
- Kompakte Größe und geringes Gewicht: Belasten die Waffe nicht übermäßig.
Nachteile:
- Stromversorgung: Kollimatoren benötigen eine Batterie. Man muss daran denken, die Batterie auszutauschen und eine Ersatzbatterie bereitzuhalten.
- Sichtbarkeit des Zielpunkts an sonnigen Tagen: An sehr hellen Tagen kann der Zielpunkt schlecht sichtbar sein, obwohl moderne Kollimatoren über eine Helligkeitsregelung verfügen.
- Begrenzte Reichweite: Kollimatoren eignen sich am besten für kurze und mittlere Distanzen. Auf große Entfernungen kann ein Zielfernrohr die bessere Lösung sein.
Kollimator vs. Zielfernrohr – worin unterscheiden sie sich?
Sowohl Kollimatoren als auch Zielfernrohre dienen dazu, die Schussgenauigkeit zu verbessern, tun dies aber auf unterschiedliche Weise. Der Kollimator, wie wir bereits wissen, zeigt einen Zielpunkt auf der Linse an. Ein Zielfernrohr ist hingegen ein fortschrittlicheres optisches Gerät, das das Bild des Ziels vergrößert. Zielfernrohre haben auch ein Fadenkreuz, das bei der Abschätzung der Entfernung und der Korrektur des Windes hilft.
Wann wählt man einen Kollimator und wann ein Zielfernrohr? Der Kollimator ist ideal für dynamisches Schießen auf kurze und mittlere Distanzen, wo Geschwindigkeit und Intuition wichtig sind. Das Zielfernrohr eignet sich besser für große Entfernungen, wo die Vergrößerung des Zielbilds und ein präzises Fadenkreuz entscheidend sind. Mit anderen Worten: Der Kollimator ist ein Sprint, das Zielfernrohr ein Marathon.
Arten von Kollimatorvisieren
Auf dem Markt sind verschiedene Arten von Kollimatoren erhältlich. Die grundlegende Unterteilung ist:
- Offene Kollimatoren: Haben eine offene Konstruktion, die ein breites Sichtfeld bietet. Sie sind leicht und kompakt, aber weniger widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse.
- Geschlossene Kollimatoren: Haben eine geschlossene Konstruktion, die eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen und Witterungseinflüsse bietet. Sie sind robuster, haben aber ein kleineres Sichtfeld.
Darüber hinaus unterscheiden sich Kollimatoren in der Größe des Zielpunkts (ausgedrückt in MOA – Minute of Angle), der Helligkeit des Punkts, der Art der Montage und zusätzlichen Funktionen (z. B. automatische Helligkeitsregelung, Zeitschaltuhr).
Worauf sollte man bei der Auswahl eines Kollimators achten?
Die Wahl des richtigen Kollimators hängt von den individuellen Vorlieben und der Anwendung ab. Beim Kauf sollte man auf Folgendes achten:
- Größe des Zielpunkts: Ein kleinerer Punkt (z. B. 2 MOA) ist auf größere Entfernungen präziser. Ein größerer Punkt (z. B. 6 MOA) ist auf kurze Distanzen leichter zu erfassen.
- Helligkeit des Punkts: Der Kollimator sollte eine Helligkeitsregelung haben, um sie an die Lichtverhältnisse anzupassen.
- Widerstandsfähigkeit: Der Kollimator sollte stoßfest und wetterfest sein.
- Art der Montage: Der Kollimator muss zur Montageschiene an der Waffe passen. Am beliebtesten sind Picatinny-Schienen.
- Batterielebensdauer: Je länger die Batterielebensdauer, desto seltener muss man sie austauschen.
- Ruf des Herstellers: Es lohnt sich, Kollimatoren von bewährten Marken zu wählen, die eine gute Qualität und Zuverlässigkeit bieten.
Montage des Kollimators – Schritt für Schritt
Die Montage des Kollimators ist in der Regel einfach, erfordert aber die Beachtung einiger Regeln:
- Stellen Sie sicher, dass die Waffe entladen und gesichert ist.
- Wählen Sie die passende Montage für den Kollimator und die Montageschiene an der Waffe.
- Befestigen Sie die Montage am Kollimator gemäß der Anleitung des Herstellers.
- Setzen Sie den Kollimator mit der montierten Montage auf die Montageschiene an der Waffe.
- Ziehen Sie die Befestigungsschrauben mit dem entsprechenden Drehmoment an (gemäß der Anleitung des Herstellers). Zu festes Anziehen kann den Kollimator oder die Montage beschädigen.
- Prüfen Sie, ob der Kollimator stabil befestigt ist und kein Spiel hat.
- Führen Sie das Einschießen des Kollimators auf dem Schießstand durch (Einstellung des Zielpunkts).
Beachten Sie immer die Anweisungen des Herstellers des Kollimators und der Montage.
Einschießen des Kollimators – wie stellt man den Zielpunkt ein?
Einschießen, also die Einstellung des Zielpunkts des Kollimators, ist entscheidend für ein präzises Schießen. Dabei wird der Kollimator so eingestellt, dass der Zielpunkt mit der Trefferstelle auf der Zielscheibe übereinstimmt. Der Prozess des Einschießens sieht in der Regel wie folgt aus:
- Stellen Sie die Zielscheibe auf die entsprechende Entfernung ein (z. B. 25 Meter für eine Pistole, 50 oder 100 Meter für ein Gewehr).
- Geben Sie eine Schussfolge auf die Zielscheibe ab.
- Beobachten Sie, wo die Geschosse getroffen haben.
- Verwenden Sie die Einstellknöpfe am Kollimator, um den Zielpunkt in Richtung der Trefferstelle zu verschieben. Jeder Klick am Knopf verschiebt den Zielpunkt um einen bestimmten Wert (z. B. 1/4 MOA).
- Wiederholen Sie die Schritte 2-4, bis der Zielpunkt mit der Trefferstelle auf der Zielscheibe übereinstimmt.
Denken Sie daran, das Einschießen unter stabilen Bedingungen durchzuführen und eine Stütze zu verwenden, um Fehler zu minimieren. Nach dem Einschießen sollten Sie noch einige Kontrollschüsse abgeben, um sicherzustellen, dass die Einstellungen korrekt sind.
Zubehör für Kollimatoren – was lohnt sich zu kaufen?
Für den Kollimator lohnt es sich, einige Zubehörteile zu kaufen, die seine Funktionalität und seinen Bedienkomfort verbessern:
- Ersatzbatterien: Es ist immer gut, Ersatzbatterien zur Hand zu haben, um unangenehme Überraschungen auf dem Schießstand zu vermeiden.
- Schutzhülle für den Kollimator: Schützt den Kollimator vor mechanischen Beschädigungen und Witterungseinflüssen.
- Erhöhungsmontage: Ermöglicht das Anheben des Kollimators, was das Zielen mit Maske oder Brille erleichtert.
- Reinigungsmittel für Optiken: Hält die Linse des Kollimators sauber und sorgt für gute Sicht.
- Abdeckung für den Kollimator: Schützt die Linse vor Staub und Kratzern bei Lagerung und Transport.
Kollimator – eine beliebte Wahl für viele Schützen
Ein Kollimatorvisier ist ein vielseitiges Zielgerät, das das Schießen revolutioniert hat. Seine Geschwindigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit machen es zu einer beliebten Wahl unter Sport-, Taktik- und Jagdschützen. Wenn Sie nach einer Möglichkeit suchen, Ihre Ergebnisse auf dem Schießstand zu verbessern, ist ein Kollimator sicherlich eine Überlegung wert.
Häufigste Fragen
Welche Punktgröße sollte man im Kollimator wählen – kleiner oder größer?
Ein kleinerer Punkt (z. B. 2 MOA) ist auf größere Entfernungen präziser und ermöglicht ein genaueres Zielen. Ein größerer Punkt (z. B. 6 MOA) ist auf kurze Distanzen leichter zu erfassen, was im dynamischen Schießen nützlich ist.
Eignet sich ein Kollimator zum Schießen auf große Entfernungen?
Kollimatoren eignen sich am besten für kurze und mittlere Distanzen. Auf große Entfernungen, wo eine Vergrößerung des Zielbilds erforderlich ist, ist ein Zielfernrohr die bessere Lösung.
Wie oft muss man die Batterien im Kollimator austauschen?
Die Häufigkeit des Batteriewechsels hängt vom Modell des Kollimators und der Nutzungsintensität ab. Einige Kollimatoren haben eine Batterielebensdauer von mehreren Jahren, andere erfordern einen Batteriewechsel alle paar Monate. Es ist immer gut, Ersatzbatterien zur Hand zu haben.
Ist ein Kollimator wetterfest?
Die meisten Kollimatoren sind regen- und feuchtigkeitsbeständig, aber nicht alle sind wasserdicht. Wenn Sie den Kollimator unter schwierigen Wetterbedingungen verwenden möchten, wählen Sie ein Modell mit einer hohen Wasserdichtheitsklasse.
Kann ein Kollimator an jeder Waffe montiert werden?
Ein Kollimator kann an jeder Waffe montiert werden, die über eine Picatinny-Montageschiene oder eine andere kompatible Schiene verfügt. Einige Kollimatoren sind für bestimmte Waffentypen (z. B. Pistolen, Gewehre, Schrotflinten) konzipiert, daher sollte man dies beim Kauf beachten.
Wie pflegt man einen Kollimator, damit er möglichst lange hält?
Reinigen Sie die Linse des Kollimators regelmäßig mit einem speziellen Reinigungsmittel für Optiken. Schützen Sie den Kollimator vor mechanischen Beschädigungen und Witterungseinflüssen, verwenden Sie eine Schutzhülle. Lagern Sie den Kollimator an einem trockenen Ort, fern von Feuchtigkeit und extremen Temperaturen.
Ist ein Kollimator besser als klassische Zielgeräte (Kimme und Korn)?
Das hängt von den Vorlieben und der Anwendung ab. Ein Kollimator ist schneller und einfacher zu bedienen, besonders in dynamischen Situationen. Klassische Zielgeräte sind zuverlässiger (benötigen keine Batterie) und können auf sehr große Entfernungen präziser sein.
Werden für die Montage des Kollimators spezielle Werkzeuge benötigt?
Für die Montage des Kollimators wird in der Regel ein Inbusschlüssel oder ein Schraubendreher benötigt, je nach Art der Montage. Es ist ratsam, einen Drehmomentschlüssel zu verwenden, um die Schrauben mit dem entsprechenden Drehmoment anzuziehen und Schäden am Kollimator oder der Montage zu vermeiden.